Mit dem Vierbeiner auf Reisen: Kann ein allergischer Hund mit in den Urlaub fahren?

16. Juli 2014

Ob Tier, ob Mensch: Die Regel Num­mer eins für alle All­er­gi­ker ist die Ver­mei­dung des All­er­gie­aus­lö­sers. Mög­lich ist dies am ehes­ten bei einer Nah­rungs­mit­tel­all­er­gie, sofern das All­er­gen bereits iden­ti­fi­ziert ist.
Vie­le Hun­de lei­den jedoch unter einer Umge­bungs- oder Kon­taktall­er­gie. Ins­be­son­de­re im Urlaub ist es kaum mög­lich, all­er­gie­aus­lö­sen­de Stof­fe ganz zu ver­mei­den, oder aus dem Umfeld des Tie­res zu ver­ban­nen.
Bevor Sie also mit Ihrem all­er­gi­schen Hund in den Urlaub fah­ren, soll­ten Sie bereits bei der Rei­se­vor­be­rei­tung eini­ges beach­ten, um Über­re­ak­tio­nen bei Ihrem Tier zu ver­hin­dern.

 

Desensibilisierung von vierbeinigen Allergiepatienten

Die The­ra­pie der Wahl bei Umge­bungs­all­er­gi­en (Pol­len, Schim­mel­pil­ze, Haus­staub­mil­ben) ist die soge­nann­te Immun­the­ra­pie oder Desen­si­bi­li­sie­rung. Dabei wer­den dem Pati­en­ten die all­er­gie­aus­lö­sen­den Sub­stan­zen in auf­stei­gen­der Kon­zen­tra­ti­on unter die Haut gespritzt. Nor­ma­ler­wei­se dau­ert die Induk­ti­ons­pha­se etwa drei Mona­te. Ers­te Erfol­ge sind nach cir­ca sechs bis zwölf Mona­ten zu spü­ren.
Dies ist eine lan­ge Zeit für einen von Juck­reiz geplag­ten Hund.

 

Gibt es eine rasch wirkende Immuntherapie, die vor einer Reise kurzfristig durchgeführt werden kann?

Seit eini­ger Zeit fin­det bei Umge­bungs­all­er­gi­en ein neu­es The­ra­pie­ver­fah­ren in der Tier­me­di­zin Anwen­dung. Das heißt, modi­fi­zier­te All­er­ge­ne kön­nen in kür­ze­ren Abstän­den als bis­her gespritzt wer­den und die Erhal­tungs­pha­se ist bereits nach einer Woche anstatt nach drei Mona­ten erreicht.
In der Human­me­di­zin wird die­se Metho­de bereits seit 30 Jah­ren erfolg­reich ein­ge­setzt. Ers­te vete­ri­när­me­di­zi­ni­sche Ergeb­nis­se zeig­ten einen gleich­wer­ti­gen Effekt bei schnel­le­rem Wir­kungs­ein­tritt.

 

Die Reisevorbereitungen für einen unbeschwerten Urlaub mit dem Hund

Neben einer hun­de­freund­li­chen Unter­kunft und einer mög­lichst stress­frei­en Rei­se soll­ten Sie sowohl an geeig­ne­tes Hun­de­fut­ter als auch an die Medi­ka­men­te den­ken, die Ihr Hund benö­tigt.

 

Hypoallergenes Spezialfutter

Bei einer Fut­ter­mit­tel­all­er­gie braucht Ihr Hund je nach Aus­lö­ser ein spe­zi­el­les All­er­gie­fut­ter.
Infor­mie­ren Sie sich am bes­ten im Vor­aus, ob Sie die­se Fut­ter­mit­tel an Ihrem Urlaubs­ort kau­fen kön­nen. Beden­ken Sie auch, dass die Selbst­zu­be­rei­tung von Fut­ter in der Feri­en­un­ter­kunft schwie­rig sein kann.
Sofern Sie dar­über kei­ne Gewiss­heit haben, packen Sie am bes­ten einen aus­rei­chen­den Vor­rat des gewohn­ten und gut ver­träg­li­chen Fut­ters in das Rei­se­ge­päck.

 

Medikamente für den allergischen Hund

Je nach Art der All­er­gie soll­ten Sie spe­zi­el­le Medi­ka­men­te für Ihren Vier­bei­ner mit­neh­men.
So kön­nen etwa bei einer Floh­spei­chel­all­er­gie cor­ti­son­hal­ti­ge Medi­ka­men­te (Sprays, Sal­ben) und spe­zi­el­le Sham­poos die Sym­pto­me lin­dern. Reagiert Ihr Tier auf Bak­te­ri­en emp­find­lich, hel­fen anti­bio­ti­sche Sal­ben gegen den Juck­reiz. Bei einer Über­emp­find­lich­keit gegen Pol­len, Schim­mel­pil­ze und Haus­staub­mil­ben mil­dern Spe­zi­als­ham­poos und cor­ti­son­hal­ti­ge Medi­ka­men­te die Krank­heits­sym­pto­me. Auch Anti­hist­ami­ni­ka kom­men zum Ein­satz.

 

Die individuelle Reiseapotheke für Ihren Hund

Wie der Mensch benö­tigt auch ein Hund im Urlaub Medi­ka­men­te gegen Erkran­kun­gen, indi­vi­du­el­le Anfäl­lig­kei­ten und natür­lich für Not­fäl­le.
So man­cher Hund hat einen emp­find­li­chen Magen und neigt zu Brech­reiz oder Durch­fall. Ande­re Vier­bei­ner ver­tra­gen das Baden im Meer schlecht und zie­hen sich leicht eine Haut- oder Bla­sen­ent­zün­dung zu.
Auch soll­ten Hun­de­be­sit­zer gewapp­net sein, falls sich das Tier am Strand die Pfo­ten ver­letzt, bei­spiels­wei­se an Glas­scher­ben oder Muscheln.

 

Für einen ent­spann­ten und erhol­sa­men Urlaub mit Ihrem Hund emp­feh­le ich neben den All­er­gie-Medi­ka­men­ten einen zuver­läs­si­gen Schutz gegen Stech­mü­cken, Zecken, Flö­he und sons­ti­ge Para­si­ten.
Sinn­voll ist daher eine eigens für Ihren Hund zusam­men­ge­stell­te Medi­ka­men­ten­ta­sche.
Zum Schutz Ihres Tie­res soll­te vor dem Rei­se­an­tritt zudem eine geziel­te Pro­phy­la­xe gegen die im jewei­li­gen Urlaubs­land auf­tre­ten­den Para­si­to­sen erfol­gen.

 

Ich bera­te Sie ger­ne, füh­re die not­wen­di­gen Imp­fun­gen durch und stel­le mit Ihnen gemein­sam die indi­vi­du­el­le Rei­se­apo­the­ke für Ihr Tier zusam­men, damit der Tier­arzt­be­such Aus­land nicht nötig wird.


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