Erleichterung: Antibiotikaverbot für Tiere abgelehnt

18. September 2021

Das EU-Par­la­ment hat sich zur Erle­ichterung aller Tierbe­sitzer und Tierärzte gegen ein Antibi­otikaver­bot in der Tier­medi­zin ausgesprochen.

 

Ziel des Antrages, bes­timmte Antibi­oti­ka in der Tier­medi­zin nicht mehr ein­set­zen zu dür­fen, war es, der zunehmenden Resistenz­bil­dung gegen Antibi­oti­ka und der damit ein­herge­hen­den Gefahr, in ein präan­tibi­o­tis­ches Zeital­ter zurück­z­u­fall­en, Ein­halt zu gewähren.

 

Es sollte daher ein all­ge­meines Ver­bot für den Ein­satz von Flu­ochi­nolo­nen und Cefalospori­nen der 3. Gen­er­a­tion in der Tier­medi­zin aus­ge­sprochen wer­den. Diese Antibi­oti­ka gel­ten in der Human­medi­zin als soge­nan­nte Reserveantibiotika.

 

Allerd­ings sind Tierärzte bere­its seit der Nov­el­lierung des tierärztlichen Arzneimit­telge­set­ztes 2018 verpflichtet, diese Antibi­oti­ka nur noch nach Durch­führung ein­er bak­te­ri­ol­o­gis­chen Unter­suchung mit Resisten­ztest einzusetzen.

 

Diese Maß­nahme und ein Umdenken in der Tierärzteschaft und unter den Tier­hal­tern hat dazu geführt, dass der Ein­satz von Antibi­oti­ka in der Tier­medi­zin bere­its deut­lich zurück­ge­gan­gen ist.

 

Auch in der Tier­medi­zin beobacht­en wir die zunehmende Resisten­zaus­bil­dung und die Zunahme von mul­tire­sisten­ten Bak­te­rien mit großer Sorge.

 

Es kann aber nicht sein, dass  die medi­zinis­che Ver­sorgung von Tieren der­art beschnit­ten wird. Haustiere sind ein Teil unser­er Gesellschaft und nehmen für viele Men­schen einen sehr wichti­gen Platz in ihrem Leben ein. Ein selek­tives Antibi­otikaver­bot würde für viele von unseren Vier­bein­ern bedeuten, an ein­er bak­teriellen Infek­tion zu ster­ben, die antibi­o­tisch behan­delt wer­den kön­nte, wir es aber nicht dürfen.

 

Es muss andere Wege geben, den zunehmenden Antibi­otikare­sisten­zen zu begegnen.

 


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